Historische und verborgene Schönheiten
Dietikon Entlang bedeutsamen Schauplätzen organisierte die Vereinigung Zentrum Dietikon einen Stadtrundgang. Vom neuen Bezirksgebäude über die «Krone» bis zur Stadtbibliothek führte der spannende und unterhaltsame Stadtrundgang.
Wer der kalten Witterung am vergangenen Mittwochabend trotzte, hatte für einmal nichts zu bereuen. Auf Einladung der Vereinigung Zentrum Dietikon führten die beiden Stadthostessen Vreni Ruckstuhl und Daniela Wirth interessierte Besucherinnen und Besucher durch den unteren Stadtteil Dietikons und wussten dabei viel Abenteuerliches zu erzählen. Da man gleich an Ort und Stelle über historisch bedeutungsvolle Ereignisse informiert wurde, wirkte die Führung wesentlich eindrücklicher als die Informationsbeschaffung aus Schriften und Büchern.
Eintracht im Pfarrhaus
Los ging es beim im Bau befindlichen Bezirksgbebäude. Dort wurden die wertvollen Funde eines römischen Gutshofs erwähnt und aus der Geschichte der Römerzeit erzählt. Nach diesem interessanten Auftakt führte der Weg weiter zur St.-Agatha-Kirche, wo die wechselhafte Geschichte des Gotteshauses Thema war. So teilten sich nach der Reformation Katholiken und Reformierte einträchtig Kirche und Pfarrhaus, bis in der so genannten Simultankirche zunehmend unterschiedliche Meinungen herrschten und die Reformierten ihre eigene Kirche bauten. Unweit der Kirche, bei der «Krone», legten die Stadthostessen den nächsten Halt ein. Auch hier gab es interessante Geschichten zu hören. Damit genügend Gäste die nötigen Einkünfte garantierten, wurde vom Kloster Wettingen, dem damaligen Besitzer, befohlen, dass alle bedeutenden Feste und Familienfeiern hier stattfinden mussten. Wer sich nicht daran hielt, wurde bestraft.
Auf Heimweg ertrunken
Wissenswertes gab es auch an der Bühlstrasse zu hören. Sie wird zu den schönsten Strassen Dietikons gezählt. Im Jahr 1821 zerstörte dort ein Flächenbrand sämtliche Häuser. Glücklicherweise kam beim Brand selber niemand ums Leben, wohl aber stürzten Neugierige aus Weiningen, die die Brandherde besichtigten, auf der Heimfahrt im Weidling ins Wasser und ertranken. Vor der Stadtbibliothek, dem letzten Halt, erzählten die Stadthostessen, dass das Haus als Schul- wie auch als Gemeindehaus gedient hatte und in beiden Funktionen bald zu klein wurde.
Vielen Beteiligten hat der Rundgang so gut gefallen, dass sie künftig auf eigene Faus einen
Gang durch die geschichtsträchtige Stadt machen wollen, um diese und jene verborgenen Schönheiten und Eigenarten zu entdecken.
von HELEN BUSSLINGER Limmattaler 18.04.08
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